Wanderung auf den Spuren des Großenseer Künstlers Harald Duwe

Jeder in Großensee kennt sie, die Keramikstele aus bunten Mosaiken zwischen Kindergarten und alter Feuerwache – ursprünglich für die Grundschule in Großensee entworfen – doch kaum einer im Ort erinnert sich an den Mann, der sie geschaffen hat.

Harald Duwe, 1926 in Hamburg-Rothenburgsort geboren, starb viel zu jung 1984 bei einem Autounfall in Tremsbüttel. Anlässlich des 100. Geburtstags des bekannten Malers und ehemaligen Dozenten der Fachhochschule für Gestaltung in Kiel, machte wir uns auf eine Wanderung auf den Spuren von Harald Duwe in Großensee. Etwa 25 Interessierte aus Großensee und Lütjensee waren gekommen, um sich an den Maler zu erinnern.

So fröhlich und harmlos der Start an der Stele „Die vier Jahreszeiten“ daherkam, desto eindrücklicher waren die politischen Bilder des gesellschaftskritischen Malers, der nicht ohne Pessimismus auf die bundesdeutsche Nachkriegszeit schaute und den Konsumkapitalismus und z.B. die damit verbundenen Müllberge kritisierte. – Solche Bilder, aber auch Landschaftsmalereien oder Porträts, gab uns, unter anderem, der jüngste Sohn Harald Duwes, Tobias, zu sehen und entfaltete so einen weitaus tieferen Einblick in das umfangreiche Werk seines Vaters. Tobias Duwe, selbst Künstler, wie auch seine Mutter Heilwig Ploog, die Harald Duwe beim Studium an der HfBK kennengelernt hatte und seine beiden Geschwister Johannes und Katharina, empfing unsere kleine kunstinteressierte Wandertruppe am Atelierhaus am Pfefferberg mit Kaffee und kalten Getränken und hatte für uns alles auf das Wunderbarste vorbereitet: Er hatte sich viel Zeit genommen und verschiedene Originale aus dem Nachlass des Vaters herausgesucht, die einen für ihn selbst bedeutsamen Familienbezug oder aber zur Umgebung in Großensee haben. Anhand von ausgewählten Originalen, Fotos, Ausstellungskatalogen und dem Gebäude selbst entfaltete Tobias Duwe vor uns die Familiengeschichte einer herausragenden Malerfamilie. Selbst die Wohnräume mit Blick auf den schönen Garten und den Großensee durften wir besichtigen und konnten so einen kleinen Einblick in das Privatleben und die Bilder, die die Familie täglich umgaben – z.B. eine Porträtserie aller Kinder und Enkel – selbstverständlich alle eigenhändig angefertigt – erlangen.

Die lebendige Erzählung des Sohnes ließ uns so ein Stück Großenseer Geschichte eindrücklich wieder auferstehen.

Einige Besucher begaben sich im Anschluss noch in die Tymmo-Kirche in Lütjensee, um die derzeit dort ausgestellten Lithografien Harald Duwes und das Sgraffito „Die Erschlagung des Tymmo“ anzuschauen. Die Werke werden dort noch bis zum bis zum Jahresende zu besichtigen sein.

Katharina Ilemann

 

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